Sinan oder Koca Mimar Sinan Ağa (sein voller Titel) wurde um 1490 geboren. Seine Eltern waren wahrscheinlich griechisch – orthodoxe – Christen. Sinan wurde Soldat im osmanischen Militär und trat zum Islam über. Während der Feldzüge zwischen Damaskus, Bagdad, Belgrad und sogar der Belagerung Wiens, entwarf Sinan kleinere Moscheen, baute Festungen, Brücken usw. So stellte er seine außergewöhnlichen Fähigkeiten als Architekt und Ingenieur unter Beweis und wurde um 1538 zum Hofarchitekten ernannt.

1548 bekam Sinan von Sultan Süleyman den Auftrag, die schönste, höchste und eindrucksvollste Moschee zu bauen. 1550 wurde in Konstantinopel (heute: Istanbul), der Grundstein für diese Moschee gelegt, dabei wurden Verse aus dem Qur’an gelesen. Aus der ganzen Welt wurde Baumaterial angeschafft. Der Sultan musste sich gedulden, denn der Bau dauerte ganze 7 Jahre. Als Sinan dem Sultan den Schlüssel zur Süleymaniye – Moschee überreichen wollte, sagte dieser: „Nicht ich, sondern du solltest dieses Haus Gottes, das du erbaut hast, öffnen“. Als Sinan dies tat, waren alle Anwesenden von der Schönheit und Pracht des Innenraums überwältigt. Die Moschee bestand aus vielen Nebengebäuden, darunter Schulen, eine Kindertagesstätte, eine Armenküche, ein Krankenhaus, eine Badeanstalt (Hamam) und viele mehr.

Süleymans Sohn und Nachfolger, Selim II, beauftragte diesen besonderen Architekten ebenfalls mit dem Bau einer Moschee. So entstand in Edirne 1574 die Selimiye-Moschee, die als Höhepunkt der osmanischen Architektur gilt.

Als Sinan 1588 fast 100-jährig starb, hinterließ er weit über 400 Bauten, die seine Handschrift tragen. Darunter 94 größere und 52 kleinere Moscheen, 47 Religionsschulen, 35 Paläste, 17 Armenküchen, acht Brücken und drei Krankenhäuser. Er leitete auch die Renovierung des Felsendoms in Jerusalem und beaufsichtigte Bauarbeiten in Mekka. Heute sind etwa 200 seiner Bauwerke erhalten, 150 davon prägen das Bild Istanbuls.

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